Die tatz. Ausgabe 01/2006.

Preistatzen
Die nie erhaltenen Briefe der tatz-Redaktion

Pt. 2: Ka-Linker - Lösung

Mein lieber Sebastian Joseppowitsch,

Vielen Dank für die Hilfe - Du und deine Freunde habt uns die SovjetUniCon gerettet! Umso dankbarer bin ich, als ich feststellen musste, dass mein Problem wohl doch eine große diplomatische Herausforderung war. Nicht viele Diplomaten wussten eine Antwort.

Die erste Teilaufgabe war ja noch recht einfach. In wievielen Spieljahren ist es möglich, von einer Shift-Left-Aufstellung zur Standard-Aufstellung zu kommen, wenn alle sieben Mächte bedingungslos zusammenarbeiten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Einheiten quer über das Brett in ihre Heimat gelangen können: Sie können erstens Feld für Feld nach Hause wandern. Das ist ein ziemlicher organisatorischer Aufwand, wäre aber sicher machbar (und ist in einigen Fällen das einzig Sinnvolle). Den weitesten Weg hat die F Ank (nach Kie) mit 9 Bewegungen. Das macht dann 5 Spieljahre.

Allerdings können auch Einheiten zerstört und (in der zurückeroberten Heimat) wieder aufgebaut werden. Das ist in "echten" Diplomacy-Partien ein taktischer Kniff, auch bekannt unter "Fast Retreat". Ab- und Aufbauten sind in diesem Problem allerdings in mehreren Fällen ohnehin unerlässlich; Russland muss mindestens eine Flotte zusätzlich bauen, Frankreich eine Flotte abbauen, England muss eine Armee gegen eine Flotte tauschen, Italien eine Flotte in eine Armee. Aufbauten können natürlich erst durchgeführt werden, wenn bereits Heimatzentren erobert sind.

Russland braucht mindestens sechs Züge (also drei Jahre), bis StP und Sev zurückerobert sind, und dann ein weiteres Jahr, um im Herbst die beiden Flotten aufbauen zu können. Macht vier Spieljahre. Ist der komplette Umbau des Spielbretts von Shift-Left auf Standard in vier Jahren möglich? Ja, sagen die tatz-Leser Kolja Szillat und Markus Schilling, und belegen das durch ihre Zugvorschläge. Ich würde dich, Sebastian, bitten, die beiden mit jeweils vier Punkten für eure "Hall of Shame" zu belohnen. Markus Schilling bekommt einen Extrapunkt da er der erste mit der richtigen Lösung war. Timm Urschinger war noch schneller, allerdings benötigt er ein zusätzliches Jahr für seine Lösung (fünf Jahre ist die falsche Lösung).

Zur zweiten Aufgabe: Die geringste Anzahl an Einzelzügen, mit der die Aufgabe zu bewältigen ist, benötigt Kolja (105). Das gibt drei Extrapunkte für die "Hall". Weitere drei Extrapunkte bleiben im Topf. Die bitte ich dich, Sebastian, demjenigen zu geben, der zu IRGENDEINEM Zeitpunkt die sagenumwobene Lösung der tatz-Redaktion (97 Einzelzüge) unterbieten kann.

Mit genossischem Dank an die tatz und ihre Freunde,
Matveij Michailowitsch Diplonskij, aka Diplo-Mat

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