Die tatz. Ausgabe 01/2007.

Feuilletatz
Die kleine Welt der Ludos - oder Wer mit Wem über wie viel Ecken?

Von Arne Senftleben

Im September hatte ich im Ludo-Forum mal die Frage gestellt, über wie viele Ecken zwei Ludomanen im Maximum schon mal miteinander gespielt haben. Ein Antworter hat gleich den Vergleich zu Stanley Milrams Small-World-Experiment (siehe Wikipedia: Kleine-Welt-Phänomen) gezogen und genau diese Kleine-Welt-Netzwerke waren mein Ausgangspunkt. Denn als ich die Frage im Forum gestellt hatte, hatte ich bereits alle Daten bis zu dem Zeitpunkt beendeter Partien eingelesen und daraus das Netzwerk aller Ludos geknüpft.

In diesem Netztwerk setze ich eine Verbindung zwischen zwei Spielern, wenn sie einmal zusammen eine Partie gespielt haben. Wenn sie zweimal zusammen gespielt haben, hat die Verbindung die Stärke zwei usw. Ich fand so 2251 Spieler die mindestens eine Verbindung zu einem anderen Spieler hatten. Es gab genau 14 Spieler, die nur Verbindungen innerhalb einer einzigen Partie hatten und somit keinen anderen Ludo als Mitspieler „kennen“. Eine Darstellung dieses Netzwerkes ist ob der vielen Leute ziemlich wüst (Bild 1). Die Größe eines Punktes bezieht sich übrigens auf die Anzahl an Verbindungen, die der jeweilige Spieler hat. Spitzenreiter ist Holger Werner mit 1375 Einzelverbindungen. Christoph Diehl liegt nur drei Zähler dahinter. Holger hat auch mit den meisten anderen Spielern zusammen gespielt, nämlich 308.

Bild 1

Die Creme de la Creme des Netzwerkes zeigt Bild 2. Hier sind alle Spieler erwähnt, die mindestens 100 Verbindungen haben, was etwa 18 Standard-Partien entspricht. 121 Spieler gehören diesem Club an. Hier zeigt die Größe der Punkte nun die Verkupplung des Spielers innerhalb des Vielspieler-Clubs an.

Bild 2

Bleibt noch die Frage wie viele Ecken es nun sind: 5 Schritte oder 4 Zwischenstation braucht man maximal um einen anderen Spieler bei Ludomaniac zu erreichen, im Durchschnitt sogar gerade mal 2 Schritte, und dabei ist es ziemlich egal, ob man Spieler-SL-Verbindungen einbezieht oder nicht! Ludomaniac ist also wirklich eine ziemlich „kleine“ Gemeinschaft, zumindest im Sinne von Stanley Milram. Für ganz große Freunde von Netzwerk-Theorien sei auch gesagt, dass die Verteilung der Verknüpfungen pro Spieler (der sogenannte Grad) einem Potenzgesetz folgt. Es gibt Wissenschaftler, die sich jedesmal freuen, wenn sie ein neues Netzwerk finden, das diese Verteilung aufweist :-).